Hier finden Sie Sprach-, Stil- und Kommaglossen. Die Reihe soll in loser Folge erweitert werden. Haben Sie dazu eine Idee?
Schreiben Sie mir! Gute Vorschläge werden mit Autorenangabe veröffentlicht.
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Vom Teufel austreiben und Vampire abwehren
Kennen Sie den dialektischen Nominakkusativ? Na gut, die Bezeichnung haben Sie vermutlich noch nicht gehört. Denn ich habe sie erfunden. Aber was gemeint ist, haben Sie sicher auch schon gelesen.
Im Dialekt sagen wir: «Y wünsch Euch e schöne Obe (oder Abig, je nach Landschaft).» Wenn wir in die Standardsprache wechseln, ist die Versuchung gross zu sagen: «Ich wünsche Euch ein schöner Abend». Aber das ist falsch. In der Standardsprache wünscht man «einen schönen Abend».
Der Hund liegt, grammatikalisch gesprochen, darin begraben, dass im Dialekt der Nominativ («Wer-Fall») und der Akkusativ («Wen-Fall») gleich lauten:
Dr/de Baum (Nominativ) stoht näbenem Huus.
Siehsch dr/de Baum (Akkusativ), wo näbenem Huus stoht?
Aber:
Der Baum steht neben dem Haus.
Siehst du den Baum, der neben dem Haus steht?
Man sollte darauf achten. Denn abgesehen davon, dass der «dialektische Nominakkusativ» in der Standardsprache chrottefalsch ist und grässlich tönt, kann er auch zu beträchtlicher Verwirrung führen.
Noch vergleichsweise harmlos, obwohl grammatikalisch falsch, wäre die Aussage: «Der Pfarrer treibt der Teufel aus», denn hier erschliesst sich aus dem Zusammenhang, wer wen (nicht: wer wer!) austreibt.
Was aber sagt uns der Satz: «Der Mann mit dem Kruzifix kann der Vampir nicht beeindrucken»? Geht es hier um einen beherzten Menschen, der sich den (nicht: der!) Vampir mit vorgehaltenem Kreuz vom Leibe hält? Oder haben wir es mit einem besonders gefährlichen, weil Kruzifix-resistenten Vampir zu tun?
Fragen über Fragen, die man sich ganz ohne vorgehaltenes Kruzifix (respektive Knoblauchzopf) vom Leibe halten kann, wenn man den Akkusativ nicht mit dem Nominativ in einen Topf wirft.
Kennen Sie den dialektischen Nominakkusativ? Na gut, die Bezeichnung haben Sie vermutlich noch nicht gehört. Denn ich habe sie erfunden. Aber was gemeint ist, haben Sie sicher auch schon gelesen.
Im Dialekt sagen wir: «Y wünsch Euch e schöne Obe (oder Abig, je nach Landschaft).» Wenn wir in die Standardsprache wechseln, ist die Versuchung gross zu sagen: «Ich wünsche Euch ein schöner Abend». Aber das ist falsch. In der Standardsprache wünscht man «einen schönen Abend».
Der Hund liegt, grammatikalisch gesprochen, darin begraben, dass im Dialekt der Nominativ («Wer-Fall») und der Akkusativ («Wen-Fall») gleich lauten:
Dr/de Baum (Nominativ) stoht näbenem Huus.
Siehsch dr/de Baum (Akkusativ), wo näbenem Huus stoht?
Aber:
Der Baum steht neben dem Haus.
Siehst du den Baum, der neben dem Haus steht?
Man sollte darauf achten. Denn abgesehen davon, dass der «dialektische Nominakkusativ» in der Standardsprache chrottefalsch ist und grässlich tönt, kann er auch zu beträchtlicher Verwirrung führen.
Noch vergleichsweise harmlos, obwohl grammatikalisch falsch, wäre die Aussage: «Der Pfarrer treibt der Teufel aus», denn hier erschliesst sich aus dem Zusammenhang, wer wen (nicht: wer wer!) austreibt.
Was aber sagt uns der Satz: «Der Mann mit dem Kruzifix kann der Vampir nicht beeindrucken»? Geht es hier um einen beherzten Menschen, der sich den (nicht: der!) Vampir mit vorgehaltenem Kreuz vom Leibe hält? Oder haben wir es mit einem besonders gefährlichen, weil Kruzifix-resistenten Vampir zu tun?
Fragen über Fragen, die man sich ganz ohne vorgehaltenes Kruzifix (respektive Knoblauchzopf) vom Leibe halten kann, wenn man den Akkusativ nicht mit dem Nominativ in einen Topf wirft.





